Berghotel Zirm / Valdaora

Berghotel Zirm's Tagebuch


Phlow-Autor Evelin

In meiner Euphorie habe ich es doch tats├Ąchlich verschwitzt alle Tagebuchleser und Berglieber ├╝ber mein unvergessliches Erlebnis am Ortler zu erz├Ąhlen. Ganz ehrlich ein langj├Ąhriger Stammgast hat mich ├╝berhaupt daran erinnert und sich schon fast ein bisschen Sorgen um mich gemacht – ein cooles Gef├╝hl, wenn G├Ąste auch Zuhause an das Zirm und in diesem Moment an mich gedacht haben!

Also hier bin ich, wohl zur├╝ck und unheimlich stolz auf den bezwungen Ortler. Am 15. Juli nach dem Mittagessen ging’s ganz gem├╝tlich nach Sulden, wo wir┬áum 17.00 Uhr unsere beiden Globo Alpin Bergf├╝hrer aus dem gegen├╝berliegenden Antholzertal getroffen haben. Gemeinsam haben wir die ersten H├Âhenmeter ganz gem├╝tlich mit dem Sessellift bestritten und sind dann ganz entspannt und voll gepacktem Rucksack zur Payer H├╝tte aufgestiegen. Die Anblicke der Nordwand des Ortlers haben den Respekt des Vorhabens am darauffolgenden Tag nach und nach gesch├╝rt. Gegen 19.00 Uhr sind wir dann nach einer kurzen Einkehr auf ein Bierchen auf der Strecke in der H├╝tte angekommen. R├╝cks├Ącke in die Schlafgem├Ącher und gleich zum Abendessen – ein Spa├č in sehr geselliger Runde. Nach einem unglaublichen Sonnenuntergang hie├č es um 22.00 Uhr (H├╝ttenruhe) Zapfenstreich, ab in die┬áBetten, denn der Wecker war auf 4.00 Uhr morgens gestellt. Doch an leider blieb der erwartete Schlaf bei allen aus, bzw., ging sich nur ein knappes St├╝ndchen aus. Na super dachte ich mir w├Ąhrend der schlaflosen Stunden, doch egal, da muss ich rauf.

Endlich 4.00 Uhr, ein etwas appetitloses, aber gezwungen reichliches Fr├╝hst├╝ck und nun rein in die Ausr├╝stung. Touren-Funktionsklamotten, Stirnlampe, Pickel und los ging es um 4.45 Uhr sofort ├╝ber das erste Schneefeld, bis bald zur ersten Kletterpassage, die recht gut zu ├╝berwinden war, bis es dann ab circa der H├Ąlfte hie├č Steigeisen angeschnallt es geht in den Gletscherteil ├╝ber.┬á Die┬áunwahrscheinlich guten Verh├Ąltnisse bescherten uns ein ganz und gar nicht eisiges Schneefeld, wodurch wir sehr gut und unbehindert in der Seilschaft vorankamen. ├ťbrigens waren an diesem Tag nur insgesamt 15 Personen auf dem Weg zum Gipfel (im Vergleich sind es an guten Tagen, wie diesen rund 80 Personen nach oben unterwegs) und es kam nicht einmal zu Wartezeiten – was f├╝r ein Gl├╝ck.

Die relativ angenehmen Temperaturen machten den Sonnenaufgang zu einem wahren Genuss-Naturschauspiel. Nach einer kurzen Teepause, die den Lippen, die durch K├Ąlte und Sonne etwas beansprucht waren, sehr gut tat. Bald war es zu sehen das ┬áGipfelkreuz und wir erreichten das Ziel um 8.00 Uhr morgens – Guten Morgen Ortler, was f├╝r ein Gef├╝hl!!!! Unterhalb des Kreuzes in einem windstillen, aber sehr steil abfallenden Pl├Ątzchen machten es sich alle gem├╝tlich und g├Ânnten sich reichlich Zucker in Form von diversen Keksen und viel Schokolade :-)

Nach einer halben Stunden Aufbruchsstimmung, es ging abw├Ąrts und wie erwartet, war es der Abstieg, der uns mehr Konzentration und Geschicklichkeit abverlangte. Konkret gab es den ein oder anderen Ausrutscher mit den Steigeisen und Nervenkitzel beim Abstieg der ersten Kletterpassage…
Die Stimmung blieb jedoch Dank der sehr┬áentspannten Bergf├╝hrern gut und ohne gr├Â├čere Vorkommnisse haben wir den Ausgangspunkt, die Payer H├╝tte gegen Mittag, p├╝nktlich zu einem Teller Pasta und einem gro├čen Wei├čbier erreicht.

Als w├Ąren wir an dem Tag nicht schon weit genug gelaufen, sind wir nun noch bis nach Sulden abgestiegen, nat├╝rlich wieder mit Einkehr auf ein Bierchen auf der n├Ąchsten H├╝tte und kamen an dem Tag auf eine stattliche H├Âhenmeterzahl, die im Tal dann auch in den Beinen zu sp├╝ren war. Um das Ganze dann noch ganz gem├╝tlich ausklingen zu lassen, haben wir noch in Sulden ├╝bernachten, bevor es am n├Ąchsten Tag wieder nach Hause ging.

Dort wurden wir mit rotem Teppich und einem riesen Transparent von Familie und G├Ąsten empfangenein G├Ąnsehautfeeling und erst dort habe ich die Leistung erst richtig realisiert.
Ich bin stolz┬áK├Ânig Ortler – den h├Âchsten Bergs S├╝dtirols nun pers├Ânlich zu kennen und versp├╝re ein gewisses Kribbeln einer neuen Herausforderung im kommenden Jahr :-)

Hier noch einige Impressionen des sch├Ânsten Tages im Bergjahr 2014 https://vimeo.com/101309170

Berg Heil und bis bald!
Eure Evelin

ortler

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