"Es ist alles gut so, wie es gekommen ist."
Diesen Satz hört man des Öfteren wenn man sich mit Opa Hubert unterhält.
Extra spannend wird es immer wenn es sich um die, sozusagen, "Geburtsgeschichte" des Zirm's dreht.
"Wenn ich auf die letzten 45 Jahre zurückschaue, muss ich über ein Erlebnis ganz besonders schmunzeln - es hätte unsere Geschichte nämlich von Grund auf verändern können:
Bevor wir unser Grundstück in Geiselsberg gekauft haben, hatten wir uns allerlei andere Grundstücke angeschaut.
Meine Frau und ich waren zu der Zeit noch Pächter der "Reiderbar" in Sexten, die ein beliebter Treffpunkt der Einheimischen war, und wir wären gerne in Sexten geblieben. Aber obwohl wir gern gesehen waren und geschätzt wurden, waren wir noch "Fremde" - wir kamen eben nicht aus Sexten.
Immer wenn wir unseren Kaufwunsch bei einem Grundstückbesitzer vortrugen, erhielten wir nur ein ausweichendes "Mmmh" und ein Kopfschütteln als Antwort.
Damals waren die Menschen noch viel verschlossener, und an jemanden zu verkaufen, der nicht aus dem Tal stammte ... das wurde einfach nicht gerne gesehen.
Unsere Suche nach einem Grundstück in Sexten blieb also erfolglos.
Dann entdeckten wir eines Tages in der Zeitung dieses Grundstück in Geiselsberg, das von einem privaten Verkäufer ausgeschrieben worden war, und haben uns ganz spontan - über Nacht sozusagen - dafür entschieden.
Nachdem der Vertrag unterschrieben war, kam ein Herr aus Sexten auf uns zu, für dessen Grundstück wir uns auch interessiert hatten, und meinte - ich zitiere:
"Wisst Ihr was, man fragt immer zweimal!"
Was er damit gemeint hat?
Nun, dass er uns sein Grundstück verkauft hätte, wenn wir nur etwas hartnäckiger gewesen wären. Heute lachen wir darüber, aber damals kamen wir kurzzeitig schon ziemlich ins Grübeln - eine Pension oder ein kleines Hotel in Sexten wäre natürlich eine "sichere Wette" gewesen, in Geiselsberg gab es hingegen noch so gut wie keinen Tourismus.
Zu allem Übel wurde uns bald klar, dass sich unser neues Grundstück mitten in einem Sumpfgebiet befand. Das hatten wir nicht bemerkt, so blauäugig waren wir damals.
Die Einheimischen aus Geiselsberg haben uns für den Kauf natürlich auch belächelt, und die Skepsis war groß: "Wenn man in dieser sumpfigen Wiese bauen könnte, hätten wir das bereits getan!", so die Worte der Geiselsberger.
Jetzt steht unser Hotel bereits seit 45 Jahren stabil und schön inmitten der uns umgebenden Natur, auch wenn der Bau sehr kompliziert war, wie meine Frau in einem dieser Magazin-Beiträge ja schon berichtet hat.
Gut 15 Meter tief musste in den Berg gebohrt werden, und es wurden Drainagen verlegt, die das Wasser der Quelle heute noch immer sicher durch den Boden leiten.
Während des Baus hatten wir großes Wetterglück: Nach dem Baubeginn im September 1979 schneite es nur einmal - da allerdings sehr kräftig, so dass wir schon die ärgsten Befürchtungen hatten -, danach blieb es trocken, bis das Dach auf dem Haus war.
Wenn ich also zurückschaue auf die letzten Jahrzehnte, auf alles, was wir bewältigt, aufgebaut und erlebt haben, komme ich immer zu dem Schluss: Wie gut, dass wir eben nicht zweimal gefragt haben, damals, in Sexten!
Jetzt ist alles gut so, wie es gekommen ist, und wir würden unser schönes Plätzchen mit niemandem mehr tauschen, das steht fest. Denn es ist einzigartig - und genau deshalb perfekt für uns!"